Nachdem ich das ungebaute RC4WD Chassis eines Freundes vor einiger Zeit in Händen halten durfte und dazu noch die Defender-Karosserie, war mir eigentlich sehr schnell klar, dass dies mein nächstes Modell werden muss.

Die Suche im Netz ergab sehr schnell einen Treffer bei einem deutschen Lieferanten, der Preis vollkommen OK (vielleicht ein paar Euros teurer als bei Direktbestellung + Porto + Zoll + Mehrwertsteuer + Fahrt zum Zollamt). Einem kurzen Kassensturz folgte dann sehr schnell die Bestellung und wenige Tage später erhielt ich ein sensationell gut verpacktes Paket.

Was hier zum Vorschein kam, verschlug mir zunächst mal die Sprache: ein aus Metall gefrästes Chassis mit Kunststoffachsen, verschraubte Aluminium-Felgen, Öldämpfer und und. Das Gewicht des "nackten" Chassis beträgt ca. 1,9 kg. Die Karosserie mit allen ein- und Anbauteilen war auch sehr gut verpackt und kam absolut beschädigungsfrei zum Vorschein.

Interessant finde ich die Lenkservoaufnahme, die im Chassis sitzt und nicht wie bei meinen bisherigen Modellen auf der Achse.

 

Der Innenausbau wie auch die Karosserie sind sehr detailliert, es werden wohl nur geringe Anpassungen nötig sein (Radstand muss evtl. etwas gekürzt werden, damit die Kotflügel nicht ausgefräst werden müssen). Auch die Vielzahl der Ein- und Anbauteile der Karosserie ist erstaunlich, Details ohne Ende.

Um einen möglichst detailgetreuen Aufbau wurden auch gleich ein paar Anbauteile aus Metall mitbestellt: Abschlepphaken, Seilhaken, Schäkel und ... metallene Defender und Land Rover Schriftzüge.

Bevor ich gleich beginne die Differenziale und evtl. das Getriebe nachzufetten (Hinweis des Lieferanten!), hier mal ein paar Fakten:

Einzeluntersetzungen:
- Planetengetriebe = 16:1
- Verteilergetriebe = 2,18 .1
- Achsuntersetzung = 2,5:1

Gesamtuntersetzung: 87,2 : 1

 

 

Im Originalzustand fast kein Fett drin, bzw. das vorhandene ist sehr zäh. Mit dem Teflonfett, was ich kürzlich beim Modellbauhändler meines Vertrauens gefunden hab, wurde ein besserer Zustand erreicht.

Auch dieses Teflonfett ist zwar zäher als das Produkt von robbe (wie man vielleicht an den gezogenen Fäden erkennen kann), die Differenziale sind jedoch viel leichtgängiger und ruhiger als vorher.

Das Planetengetriebe wurde ebenfalls einer "Fettkur" unterzogen, es ist mit dem Originalfett sehr schwergängig.
Neu wurde Metall-Lageröl sowie ein "softes" Teflonfett eingebracht, nun läuft das Getriebe deutlich leichter.

Nach dem Anflanschen eines 45Turn Motors und Einbau ins Chassis erfolgte eine erste Strommessung des kompletten Antriebsstranges

Bei angelegten 7,5 Volt Spannung flossen stolze 1,05 (einskommanullfünf) Ampere Strom, das verspricht lange Fahrzeiten.

Als ich mich um die Karosserieaufnahmen gekümmert habe (die 4 dünnen Stangen seitlich am Chassis, ich wollte die Karosserie erstmalig richtig aufsetzen) bemerkte ich ein Problem:
Diese Aluhalterungen sind von innen durch das Chassis geschraubt und sollen von außen die Karosserie mittels Schrauben halten... dummerweise ließen sich die äußeren Schrauben nicht lösen ...
Also wurde zunächst einer der Halter abgebaut, im Schraubstock eingespannt und der Bereich der Schraube mittels Heißluftpistole erwärmt. Ein beherzter Einsatz des passenden Inbusschlüssel entfernte danach die Schraube aus ihrem Gewindegang... und was kam zum Vorschein? Spuren von Schraubensicherungslack.
Da wurde wohl auf einer Seite der Halterung der Sicherungslack aufgebracht und wohl falsch herum an das Chassis geschraubt...

Der Radstand wurde verkürzt, da dieser im Auslieferungszustand nicht wirklich passt.
Ein Freund hatte schon an seinem Fahrzeuge eine sehr einfache Methode ermittelt (gleicher Tipp kam auch von scaleoffroad), die dann auch bei mir angewendet wurde: die "Rod Ends" (Kugelköpfe) sind aus Kunststoff und werden an den unteren Achsstreben um ca. 2mm gekürzt und schon passt es ohne Ausfräsung der Kotflügel! Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kardangelenke an den Achsen dadurch einen geringeren Winkel erhalte und sicher weniger Krach machen.

Nun steht auch mal die Radwahl an, beide gezeigten Varianten schleifen voll eingefedert weder an der Vorder- noch an der Hinterachse...

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Nachdem ich mir doch einige Gedanken über die Unterbringung der Elektronik gemacht habe, entschloss ich mich, den Platz zwischen den Rahmenseitenteilen im Heck zu nutzen, wo auch bereits wunderbare Bohrungen vorhanden sind.


Dazu wurde in Ermangelung eines passenden Messingblechs einfach ein Stück doppelseitig kaschiertes Platinenmaterial zugesägt und an der Unterseite passend zwei Messingröhrchen aufgelötet (Bild 1, schon mal lackiert). Durch diese Röhrchen wird je eine M3Gewindestange geführt, die außen am Rahmen verschraubt werden (Bild 2). So ist es auch sehr wartungsfreundlich.

Bild 3 zeigt die Platzverhältnisse mit ein paar Komponenten.

Ich versuche zur Zeit Möglichkeiten zu finden, alle benötigten Elektronik-Komponenten unterzubringen.... das Modell ist zwar recht groß, aber durch den Innenausbau ist das Platzangebot gering... und es sollen ja doch einige Funktionen an Bord kommen:

Kanal Funktion (Zusatz)
1 Gas (Bremslicht/Rückfahrlicht)
2 Lenkung (Blinker)
3 Standlicht/Warnblinker
4 Abblend-/Fernlicht
5 Winde
6 Zusatzscheinwerfer/"Randalierleuchte" evtl.

Die in Klammern gezeigten Funktionen benötigen zwar keinen eigenen Kanal (es wird der jeweilige Kanal mitbenutzt) aber doch sind neben Empfänger, Servo, Regler und Akku noch min. 5 Platinen unterschiedlicher Größe unterzubringen.

 

Für den Regler fand ich einen geeigneten Platz neben dem Getriebe. Ein halbes Gehäuse aus Pertinax war schnell gefertigt und behindert in keinster Weise das Rad bzw. den Reifen.

Im vorderen Bereich über dem Lenkservo könnte man eine Platte montieren, auf die entweder der Fahrtregler oder die Windensteuerung befestigt wird. Diesen Gedanken habe ich allerdings später verworfen.

Im Heckbereich wurde mit Distanzhülsen ein zweites Deck eingezogen, es wird aber trotzdem knapp. Es könnte sein, dass diese Konstruktion noch adaptiert werden muss auf die Komponentengrößen.


So, nun habe ich wohl endlich das Elektronik-Platz-Problem im Griff!

Als der Regler angeschlossen wurde und das Räderwerk mal etwas lief, fielen mir zwei Dinge auf:

1.) an den Achsen ist deutlich Spiel in den Eingangswellen (wohl mehr als 1mm) festzustellen
2.) das Planetengetriebe macht sich geräuschmässig bemerkbar

Also musste Abhilfe geschaffen werden...

zu 1.)
Achsen ausgebaut und zerlegt... kein Problem. Festgestellt wurde deutliches Spiel zwischen innerem Kugellager und "Eingangsplanetenrad". Da ich im Netz schon Einiges über zerstörte Achsgetriebe gelesen habe, wollte ich dieses Problem auf jeden Fall bei meinem Fahrzeug vermeiden und durch Einsetzen von Passscheiben wurde dieses Spiel auf ca. 0,5mm reduziert. Die Praxis wird es zeigen, ob dies ein guter Umbauschritt war.

zu 2.)
Getriebe ausgebaut und wird zur Zeit nochmals komplett gereinigt. Auch hier muss evtl. zwischen erste und zweite Getriebestufe eine kleine Passscheibe dazwischen... mal sehen...

Obwohl die bisher gebauten Modelle von Tamiya oder Axial aus mehr Kunststoff bestanden haben, ist deren Passgenauigkeit besser, so dass auch Getriebe und Differenziale deutlich leiser laufen...

Ein weiteres kleines Manko bei dem RC4WD Kit ist die Qualität der Schrauben: manchmal passt ein DIN-Schlüssel, manchmal muss ein zölliger her... und besonders hart sind die Schrauben auch nicht.

Lenkungsservo
Das Problem ist, dass bei der vorgesehenen Montage auf jeden Fall der Servoarm von vorne her gut sichtbar ist, was ich aber irgendwie vermeiden möchte und deswegen einen Unterfahrschutz als "Blende" vorgesehen habe. Einfach nur den Servohebel nach hinten zu montieren (siehe erstes Bild) ist nicht die Lösung, da dieser bei der nötigen Länge und voller Einfederung an den Achskörper stößt. Lenkungshebel nach vorne und Servo höher gesetzt befriedigt nicht wirklich, denn dadurch erhält der Unterfahrschutz eine etwas seltsame Form. Werde weiter experimentieren und berichten.

Das Servo wurde 7,2mm höher gesetzt (Distanzhülsen, könnte man auch aus 4-Kant Alu machen, was aber leider nicht zur Hand war) und eine flachere Schraube am Servohorn, Servohorn Richtung Achse, dann das Servo einen Mückenfurz nach vorne verschoben (in den Schraublöchern im Chassis) ... nu stört nix mehr, selbst nicht bei voll eingefederter Achse! Die Länge der Distanzhülsen kann natürlich bei einem anderen Servo komplett abweichen.

Da ich nun doch ein Loch weiter nach innen am Servohorn gegangen bin, hatte ich einen minimal kleineren Lenkeinschlag, der aber mittels Computerfernsteuerung ausgeglichen werden kann.

Nebeneffekt: mit der Montage des Horns nach vorne wurde die gesamte Achse bei Volleinschlag des Servos (bedingt durch den Winkel der Lenkstange) hochgezogen... dieser Effekt ist nun auch weg!

Neue Schuhe
Nach langer Wartezeit kamen endlich die ersehnten Felgen und die passenden Reifen... Muss ich dazu noch was schreiben?

 

Ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig der Bordelektronik gewidmet, speziell den Lichtfunktionen. Momentan schaut es wie folgt aus:

- Bremslichtmodul von H-Tronic für Brems- und Rückfahrscheinwerfer
- Blinkermodul von C für Blinken und Warnblinker. Der dann noch freie Schaltkanal wird für Standlicht genutzt. Hier auch gleich der erste Gag: als Rückleuchte wird die Brems-LED genutzt mit einem höheren Vorwiderstand (dadurch leuchtet sie weniger) , parallel dazu wird ein Relais betätigt... dazu gleich mehr
- Bremslichtmodul von H-Tronic aber als Schaltmodul genutzt (einfach über Jumper einzustellen): in eine Richtung wird Fernlicht aktiviert (niedriger Vorwiderstand), in der anderen das Abblendlicht (höherer Vorwiderstand). Das Abblendlicht ist allerdings nur aktiv, wenn auch das Standlicht aktiv ist (...Relais...), denn ein Defender hat separate kleine Standlichter, die nicht im Hauptscheinwerfer integriert sind. Mit dieser Auslegung ist auch "Lichthupe" möglich, da alles so verschaltet ist, dass die Rückleuchten da nicht mitleuchten.

Somit ergibt sich bisher folgende Kanalbelegung:
- Kanal 1 Lenkung
- Kanal 2 Fahrtregler mit Brems-/Rückfahrlicht
- Kanal 3 Warnblinker und Standlicht
- Kanal 4 Abblend- und Fernlicht
- Kanal 5 Seilwinde
- Kanal 6 noch frei
- Kanal 7 noch frei

Manchmal ist es doch gut eine 7-Kanal Pistolenanlage zu haben !

Langsam geht es an den Karosseriebau. Als erstes nahm ich mal die Frontlichter in Angriff. Wie man auf dem ersten Bild erkennen kann, wird jedes Frontlicht aus Einzelteilen zusammen gesetzt und da später die Beleuchtungsanlage auch funktionieren soll, musste eine Lösung für die Montage der LED gefunden werden.

Vorsichtig wurde das transparente Teil an der entsprechenden Stelle gebohrt, um ein Alu-Rörchen mit 5mm Innendurchmesser zur Aufnahme einer entsprechenden LED einzukleben. Vorne wurde das Blinkerglas direkt aufgeklebt.

Zuletzt erfolgt noch eine entsprechende Bohrung in die Karosserie, durch die das Aluröhrchen nach innen kommt (Bild3), womit ein Zugang zur LED problemslos von der Fahrzeuginnenseite möglich ist.

Entsprechend wird nun auch für die Standlicht-LED eine entsprechende Konstruktion angebracht, wobei hier das Glas mit im Kunststoff eingeformt ist.

Nun endlich ist der Unterfahrschutz fast fertiggestellt. Er ist gleichzeitig auch Windenträger und Servohebelschutz. Die Befestigung erfolgt mittel Verschrauben durch die Stoßstange.

Elektronik... Testweise aufgebaut

Zwischenzeitlich wurde die Verkabelung etwas aufgeräumter.
An dem SUB-D Verbinder wird die Verbindung zur Karosserie für alle Licht- und Servofunktionen hergestellt,. Innerhalb der Karosserie werden die Funktionen über eine Platine weiterverteilt und in Kabelsträngen z.B. zu den einzelnen Lampen geführt.

Damit die Kabelstränge bei dem vorgesehenen Innenausbau auch wirklich unsichtbar verlegt werden können, wurde der Innenausbau um Seitenwände im Heckbereich ergänzt
Auch der Tankstutzen wurde angeschrägt, so dass er dem Original entspricht

Ebenso wurde ein neuer Unterfahrschutz gefertigt, mit gekanteten Seitenteilen, ähnlich dem Originalen. Er wurde genau an die aus Voll-Alu gefräste Stoßstange angepasst.

Nach einer sehr langen, "schöpferischen" Pause bei diesem Modell geht es nunb endlich weiter !!!

Motiviert durch einen Bekannten, der sich mit einem RCModelex Defender befasst, wurden folgende Punke jetzt in Angriff genommen :

  • Licht- und Sound-Funktionen werden von einem Beier-Modul übernommen
  • Armaturenbrett wurde aus Linkslenker umgebaut.

So sieht nun das Armaturenbrett vor der Feinbearbeitung aus... Nachdem die Lenksäule bereits verklebt war, musste diese auch herausgetrennt werden und etwas nach rechts versetzt wieder eingebaut.

 

So groß das Modell auch scheinen mag, Platz für einen vernünftigen Lautsprecher zu finden, war gar nicht so einfach. Das Lenkservo musste auf die Achse verlegt werden, ein Gehäuse gebaut ... und das Kabelgewirr noch sauber verlegt/versteckt werden:

 Zwischenzeitlich wurde auch mit den Anbauteilen weitergemacht:

Um das Beier-Soundmodul bequem bedienen zu können, wurde der alte MX16S Sender umgerüstet. Es wurde eine Knüppelfunktion "geopfert", da das Schaltmodul nicht direkt im Sender eingesteckt werden kann.

 

Nachdem der Sender auch für andere Modelle ohne Soundmodul genutzt wird, kam ein 2-poliger Umschalter zum Einsatz (Plus und Impuls werden geschaltet):

Am Sender montiert sieht es dann so aus:

 

 

Weitere Bilder folgen bald!

 

Hier die Galerieansicht aller bisherigen Bilder zu diesem Projekt: