Nachdem ja meine Crawler-Sucht hinlänglich bekannt ist, konnte ich der Neuerscheinung aus dem Hause AXIAL nicht widerstehen: SCX10 HONCHO, der bei mir zu einem TOYOTA TACOMA mutieren sollte. Über meinen Händler vor Ort konnte ich innerhalb weniger Tage den Baukasten in Empfang nehmen.

Der erste Makel zeigte sich bereits beim Öffnen der Verpackung: in einer verschlossenen Tüte schwammen Radschlüssel, Fett und Schaubersicherungslack in einen blaue Pampe: der Hals der Schraubensicherungslackflasche war gebrochen. Die Anleitung auf Englisch enthält einige Passagen auf Deutsch und Französisch, die Aufmachung mit den abgebildeten Teilen pro Baustufe entspricht den Anleitungen von Tamiya.

Die Vorder- und Hinterachse sind bis auf wenige Kleinigkeiten gleich aufgebaut und können innerhalb kurzer Zeit fertig gestellt werden. Die Differentiale sind 100% gesperrt und können nicht wie beim CR-01 entsperrt werden. Die Lager in den Achsen sind wie alle Kugellager im Baukasten voll gekapselt!! Nie mehr ölen oder putzen! Kompliment!


Das Getriebe ist voll kugelgelagert und auch sehr schnell zu bauen. Hier ist probeweise ein 45turn Motor verbaut.

Als erstes Fazit dieser ersten Baustufen muss ich Folgendes anmerken:
1.) Schrauben/E-Ringe/ Kleinteile: diese Teile sind penibel genau abgezählt, wenn eines unter den Tisch fällt, ist "Suchen" angesagt.
2.) Kunststoffqualität: ganz gut, jedoch z.B. im Bereich der Achsgehäuse brachen trotz Verwendung eines Cuttermessers kleine Teile aus den Gehäusen aus (im Bereich der Stege des Spritzgussrahmens).
3.) Dämpferöl: für die kleinen Dämpfer wird keine grosse Menge benötigt, geliefert wird aber eine "Familienpackung"
4.) Alle verwendeten Kugelköpfe sind aus Kunststoff, ich rechne mit geringerem Verschleiß als bei den Metall-Kunststoffvarianten anderer Hersteller.
5.) Die Anleitung ist teilweise fehlerhaft, d.h. es werden falsche Teilenummern angegeben. Sogar das Beilageblatt für eine Änderung weist einen Fehler auf ...

Beim nächsten Schritt bin ich auf Probleme gestoßen, die auch in einigen Foren bereits diskutiert und umständlich (neue Servohalteplatte mit versetzten Bohrungen) gelöst wurden.
Das linke Bild zeigt wie die Anleitung die Montage des Kugelkopfs des Lenkgestänges vorsieht. Wenn nun das Fahrzeug einfedert und voller Lenkeinschlag gegeben wird, stößt die Konstruktion an die Traverse, so dass ein Vollausschlag nicht möglich ist.
Auf dem rechten Bild sieht man, wie der Kugelkopf HINTER das Servohorn gelegt wurde und nun nichts mehr anschlägt. Sollte sich diese Lösung nicht bewähren, werde ich ähnlich wie bei meinem CR-01 lediglich die Servoaufnahmen aus Kunststoff um ein paar Millimeter kürzen, wodurch das Servo entsprechend nach hinten rutscht.

Das Bild links zeigt den laut Anleitung vorgesehenen Montageort der RC-Box vor. Genau hier liegt aber später die Akkuträgerplatte drüber, so dass für einen eventuellen Quarzwechsel jedes Mal eine Demontage erfolgen muss. Der Regler sollte zwischen Box und Getriebe geklebt werden, nur dort ist so wenig Platz für einen leistungsfähigen Regler!

Der Einbau der RC-Box ins Heck funktioniert nicht, denn dort käme sie mit dem Überrollkäfig in Konflikt.
So schön die Original RC-Box auch ist, die von mir verwendeten Komponenten passen einfach nicht.

Auch die Umsetzung der ersten Idee für neue RC-Boxen aus Pertinax war unbrauchbar. Leider wird alles so eng, dass ein Arbeiten an den Komponenten (z.B. Quarzwechsel) schier unmöglich wäre ohne halber Demontage des Fahrzeuges. Also musste eine andere Lösung her.

Da im Rahmen der Recherchen für die Lackierung immer mehr der Gedanke des Innenausbau des Führerhauses reifte und das Modell eher "Scale" als ein echter Crawler ist, baute ich auf den Rahmen eine Brücke aus ABS, auf und in der alle RC-Komponenten verstaut werden können. Ich habe auch darauf geachtet, dass ich mit dieser Konstruktion nur im hinteren Teil der Kabine bleibe, um genügend Flexibilität zur Montage des Innenausbaus zu behalten.

Am Rande noch ein paar Anmerkungen zu Rädern, Dämpfern und Karosserie:

Räder: die mitgelieferten Proline-Räder sind echt klasse. Felge aus Kunststoff, Felgenringe aus Alu, jeweils mit 6 x M2 Innensechskantschraube befestigt, da leiert bei der Montage kein Schraubenkopf aus. Allerdings muss man beim Zusammenbau darauf achten, die Reifen nicht zusammenzudrücken, denn nach der Verschraubung sind die Reifen 100% dicht und trotzdem weich mit irrsinnigem Grip. Drückt man zu fest bei der Montage, hat man Beulen im Reifen, die sich auf Grund Luftmangels nicht selbst "ausbeulen".

Dämpfer: Das mitgelieferte Dämpferöl reicht die nächsten Jahre, da ist eine "Familienpackung" dabei! Bei der Befüllung sollte man allerdings nicht wie in der Anleitung angegeben bis Oberkante füllen, da sonst kein schönes Federverhalten im Gelände erreicht wird. 3-5 mm unter der Oberkante haben sich als gut erwiesen.

Karosserie: die Ladefläche ist aus sehr starkem Lexan, die Kabine aus normalem Material. Man sollte die Karosseriebohrungen nicht einfach dort machen, wo sie im Lexan angedeutet sind, denn die Markierungen stimmen nicht 100%.

Ich bekam Besuch, der "ganz zufällig" ein paar Lackdosen mitbrachte. Auch war dort ein fertiges Modell mit im Gepäck, jedoch noch ohne Motorisierung. Da mir die Farbgebung sehr gut gefiel, wurde sehr bald nach einem Kaffee mit den Abklebearbeiten begonnen und die Werkstatt auf die optimale Temperatur von 20 Grad gebracht, während die Farbdosen ausgiebig geschüttelt wurden. Das erste Bild zeigt die Innenseite nach den ersten Lackschichten, die sehr dünn aufgebracht wurden mit jeweiliger Zwischentrocknung mittels Fön. Bild 2 zeigt beide Fahrzeuge nebeneinander, das linke Modell ist das meines Kollegen. Der Rechte ist meiner und es muss irgend etwas mit dem Abkleben falsch gelaufen sein, denn die Farben sind irgendwie "falsch herum" . Oder wurden nur die Motorhauben falsch angeschraubt?

Bild 3 zeigt die Heckansicht, wobei bei meinem die Heckpartie nur lose aufgelegt wurde.

Zwischenzeitlich waren auch die Aufkleber aus den USA eingetroffen! Das linke Bild zeigt die erste Version, ein paar Monate später war auch der Aufklebersatz mit der neuen Kühlergrillversion erhältlich.

Bei einem der nächsten Kundendienste bekommt der TACOMA ein neues Gesicht.

Dieses Bild rechts zeigt die Verlegung des Antennenkabels. Ich wollte die Antenne nicht kürzen und im Gespräch mit einem Kollegen kam die "Zick-Zack-Idee", die er mal irgendwo gelesen hatte: Antennenkabel sollten niemals aufgewickelt werden, also ein paar Löcher in eine ABS-Platte und das Antennenkabel im Zick-Zack durchgefädelt, ohne jegliche Überschneidungen. Absolut keine Störungen oder Reichweiteneinbussen feststellbar (bisher).

 

Ich schätze, dass die folgenden Bilder keiner Erklärung bedürfen. Die Besatzung stammt von Formenbau-Tränkl und die Aufkleber aus oben gezeigtem Aufklebersatz:

Hier eine Seitenansicht. Bei der Heckansicht sieht man deutlich die funktionierenden Rück-/Bremsleuchten in der Traverse sowie ebenfalls funktionierende Rückscheinwerfer oberhalb des Ersatzreifens.

Nachdem sich ja zur Zeit bei dem "traumhaften" Sommerwetter die Reifen plattstehen und die Federn leiden könnten (da ja die Fahrzeuge nicht in artgerechter Umgebung bewegt werden können), musste ein Fahrzeugständer her, der diese Elemente vor Standschäden bewahrt.

Aus etwas Abfall entstand dieser Ständer, die sichtbare Gewindestange wird noch mit einem Alurohr verkleidet und außen werden M3-Hutmuttern angebracht... Übrigens sind hier Räder von ANSMANN-RACING montiert.

Und hier die ersten Aufnahmen in der "freien Wildbahn":

Endlich wurde an diesem Fahrzeug auch die Winde montiert. Im Rahmen einer Getriebereparatur (das Kunststoffhauptzahnrad hatte doch ziemlich gelitten) wurde die Winde angepasst und hinter einer Riffelblech-Platte verbaut:

Da festgestellt wurde, dass die Achsenunterseiten durch den harten Geländeeinsatz doch stark beansprucht werden und wurden, musste da auch eine Lösung her. Fündig wurden wir bei JunFac ... bitte bei Bestellung darauf achten, dass diese Teile EINZELN bestellt werden müssen!

Der Verlust der Bodenfreiheit ist wohl vernachlässigbar, er beträgt lediglich 2mm was genau der Materialstärke entspricht. Das Blech liegt praktisch auf dem Achsgehäuse auf.

Nachdem das Haupteinsatzgebiet doch eher schweres Gelände mit Felsen etc. ist, konnte ich mich einfach nicht zurückhalten als ich das günstige Angebot für ein DIG erhielt. Mittels eines Servos kann die Hinterachse ausgekuppelt werden, so dass sie frei mitläuft... in einer weiteren Stellung wird die Hinterachse vollständig entkoppelt und blockiert. Da die Vorderachse nun noch angetrieben und lenkbar ist , kann man das Fahrzeug nun seitwärts versetzen

Da das Getriebe nun schon mehrfach aus- und eingebaut wurde, hielten die Verschraubungen nicht mehr zu 100%. Von Gabelköpfen wurde kurzerhand das M3 Gewindeteil abgetrennt und in die leicht aufgebohrten Öffnungen verklebt. Nun erfolgt die Befestigung mittels M3 Edelstahlschrauben.

In nachfolgender Galerie sind alle Bilder noch einmal zusammengefasst: